Liebe als Worthülse

Auch in Esoterik und Lichtarbeit wird oft die Liebe erwähnt.
Als Grußformel in Mails oder in Forumsbeiträgen wird oft „Licht&Liebe“ gewünscht. Insbesondere ist oft von „bedingungsloser Liebe“ die Rede.

Als ehemaliger Esoteriker weiß ich, welcher Graben hier zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt. Wann immer wir von Liebe redeten, waren es in den allermeisten Fällen nur leere Worte. „Licht&Liebe“ – das sagte man eben so, egal ob wirklich Substanz dahinter steckte oder nicht.

In der Lichtarbeit ging es uns ohnehin mehr um Erkenntnis als um Liebe. Jeder wollte möglichst hoch hinaus, wollte spirituell wachsen und aufsteigen. Das führte natürlich zu einer gewissen Arroganz. Auch wenn man es nicht zugab: Man wollte doch lieber etwas mehr Lehrer sein, als Schüler. Anderen erkenntnismäßig einen Sprung voraus zu sein, das strebte jeder von uns an.

Es ist bemerkenswert, dass Gott in seinem Wort darauf bereits eingeht:
„Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut.“ (1. Korinther 8,1).

Diese Worte schrieb der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth. In Korinth war es ein Volkssport nach Erkenntnis zu streben. Im griechischen Urtext steht hier für Erkenntnis auch das Wort gnosis. Gnosis wird hier verstanden als Geheimwissen, dass den Erkennenden vom unverständigen Rest der Menschheit abhebt. Das ist zu 100%, was bei uns damals in der Lichtarbeit abging. Von wegen Liebe, auf das Durchschauen der spirituellen Geheimnisse hatten wir es angelegt.

Und wie es uns Gott bereits sagt: Solches Streben nach Erkenntnis bläht auf, macht arrogant und abgehoben. Was das mit Liebe zu tun hat, frage ich mich heute noch. Dennoch verwendeten wir dieses Wort inflationär. Doch hinter der Liebe, die wir artikulierten, steckte nichts, es war nichts anderes als eine leere Worthülse.

Was ist Liebe?

Viele von uns glaubten auch an das Gesetz des Karma. Durch gute Taten konnte demnach negatives Karma ausgeglichen werden. Tat man also Gutes, so tat man es ursächlich für sich selbst und nicht für den anderen. Gewiss – ein anderer hatte vielleicht auch etwas davon, aber das Motiv war reiner Eigennutz: Das gute Werk sollte einem selbst nützen.

Ob das nun die bedingungslose Liebe ist, von der wir oft sprachen? Gute Taten nur um der Bedingung willen, dass wir damit schlechtes Karma abbauen konnten? Was für ein Widerspruch.

Als ich Christ wurde, fragte ich mich, was Liebe eigentlich wirklich bedeutet. Gott sagt uns ganz eindeutig, dass die Liebe das Größte ist:

„Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. … Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von diesen ist die Liebe.“ (aus 1. Korinther 13)

Und wie soll die Liebe sein? In jedem Falle nicht geheuchelt:

„Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen“ (1. Timotheus 1,5)
„Die Liebe sei ungeheuchelt!“ (Römer 12,9)

Aber das ist noch nicht die ganze Dimension der Liebe. Gott sagt uns, dass die größte Liebe der beweist, der sein Leben für seine Freunde gibt (Johannes 15,13). Und das hat Jesus Christus getan. Das ist eine Tat wahrhaft bedingungsloser Liebe gewesen.

Er tat es nicht aus Eigennutz, denn er hätte es wahrlich nicht tun müssen. Aber Gott ist ein Gott der Liebe. Er möchte nicht, dass ein Mensch auf ewig verloren geht. Gott ist daher in Jesus in diese Welt gekommen und hat sich für uns geopfert:

Liebe ist Gottes Liebe

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3,16)

„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ (Römer 5,8)

Liebe ist vor allem die Liebe Gottes zu uns. Größer als er können wir gar nicht lieben. Aber natürlich möchte Gott, dass auch wir einander lieben, denn dazu hat er uns die Liebe geschenkt, dass wir sie reichlich für andere und auch für uns selbst gebrauchen („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“).

Die Liebe, die Gott meint, ist diametral entgegen gesetzt zu dem, was wir früher in Esoterik und Lichtarbeit mit Liebe bezeichnet haben. Uns fehlte Jesus. Uns fehlte der Glaube an den persönlichen Gott, der uns erschaffen und geliebt hat und der aus purer Liebe es nicht einmal scheute, seinen Sohn Jesus Christus für uns zu opfern. Uns fehlte schlicht die wahre Quelle für die Liebe.

Inzwischen habe ich diesen Glauben – dank Gott. Inzwischen habe ich Jesus als meinen Erlöser angenommen und das ewige Leben gewonnen. Wie schön wäre es, wenn noch viele weitere Menschen das Geschenk der Liebe für sich annehmen. Nicht durch kalte Erkenntnis, sondern durch eine Entscheidung für Jesus. Wer sich für Jesus entscheidet, entscheidet sich für die Liebe Gottes.
Ich kann sagen: Es lohnt sich.
Eckart

(Lesen Sie auch den Text "Lichtarbeiter"-Jargon)

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