Astrologie und Bibel

In Deutschland gibt es rund 100.000 Astrologen, Wahrsager und Kartenleger(innen), die offiziell erfasst sind.

Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Einer Befragung zufolge glauben etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland an die Astrologie und gut die Hälfte davon richtet ihr Handeln mehr oder weniger nach astrologischen Vorhersagen aus. Die Astrologie ist ein Geschäft, welches durch die Verbreitung im Internet und die inflationär ansteigenden astrologischen Telefonhotlines und natürlich durch Astro-Shows im TV einen ungeahnten Boom erlebt.



Der geschichtliche Ursprung der Astrologie liegt in Babylonien. Damals wurden die Gestirne Göttern gleich gesetzt. Nicht umsonst gilt in der altbabylonischen Keilschrift für Gott und Stern das gleiche Symbol. Die Kirchenväter wandten sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus gegen die Astrologie. Die junge christliche Kirche verwarf sie als Götzendienst.

In der Didache, einem Lehrbuch der Kirchenväter aus dem späten ersten Jahrhundert n.Chr. heisst es:

„Mein Kind, habe nichts mit Wahrsagerei zu schaffen; denn sie führt zum Götzendienst. Sei auch kein Zauberer, Astrologe oder Magier. Schau ihnen nicht zu; denn aus all diesen Dingen entsteht Abgötterei.“

Auf dem Kirchenkonzil von Laodicäa, 345 n.Chr. wurde die Astrologie sogar verboten. Seit dem späten 19. Jahrhundert erfreut sich die Astrologie allerdings wieder einer gestiegenen Bedeutung (zeitgleich zum Entstehen einiger okkulter Religionen wie der Theosophie.) Es ist wohl so, dass immer dort, wo der Glaube an den wahren Gott zurück geht, in diese Lücke Aberglaube stößt. Ein spirituelles Vakuum gibt es kaum. An die Stelle Gottes rücken Götzen. Die Zeitung „Seattle Daily Times“ dazu:

„Die Geschichte hat gezeigt, dass die Astrologie in Zeiten religiösen Verfalls und sozialer Unruhe am besten gedeiht“

Bibel

In der Bibel wird die Gleichsetzung der Gestirne mit Götzen bereits erwähnt:

„Gott aber wandte sich ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels zu dienen, wie geschrieben steht im Buch der Propheten: »Habt ihr mir etwa vierzig Jahre in der Wüste Opfertiere und Schlachtopfer dargebracht, Haus Israel? Ihr nahmt das Zelt des Moloch mit und das Sternbild des Gottes Räfan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten; und ich werde euch verpflanzen über Babylon hinaus.“ (Apg. 7,42.43)

„Man wird ihre Gebeine ausstreuen vor der Sonne, dem Mond und den Sternen, vor ihren Göttern, die sie liebten, denen sie gehorsam dienten, die sie befragt und angebetet haben.“ (Jeremia 8,2)

Stern von Bethlehem

Was aber ist mit dem Stern von Bethlehem?

Oft berufen sich Astrologen auf die Begebenheit in der Bibel als die Weisen aus dem Morgenland einem Stern folgten, der sie nach Bethlehem und an den Geburtsort Jesu führte.

Dazu ist zu sagen, dass mit dem Morgenland das östlich gelegene Babylonien und Mesopotamien gemeint sind. Dort wurden Astrologie und Astronomie von jeher gepflegt. Die Weisen aus dem Morgenland waren daher mit Sicherheit in der Sternenkunde bewandert. Allerdings wird damit in keiner Weise die Astrologie befürwortet. Das genaue Datum der Geburt Jesu ist bis heute nicht gesichert. Astrologische Deutungen müssen daher reine Spekulation sein. Und selbst wenn die weisen Männer astrologisch geschult waren, so bedeutet das nicht automatisch, dass Gott ihr Tun gut heisst.

Gott gebraucht Menschen in seiner ihm eigenen Souveränität. Oft gibt es in der Bibel Beispiele dafür, dass Gott auch Menschen gebraucht hat, die nicht an ihn glauben, sogar solche, die sich okkulter Sünden schuldig gemacht haben. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang der Weissager Bileam, der an heidnischen Kulten teilnahm und am Ende wegen seiner Feindschaft zu Gott sterben musste (4 Mose 22ff). Dennoch gebrauchte Gott ihn um seinem Volk Segen zuzusprechen.

Ein weiteres Beispiel ist der persische König Kyrus (Esra 1ff), der einer heidnisch-babylonischen Religion angehörte und den babylonischen Gott Marduk anbetete. Auch ihn gebrauchte Gott, um die Befreiung seines Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft zu erreichen. Dies sind nur zwei Beispiele dafür, dass Gott keineswegs nur Menschen gebraucht, die ihm wohl gesonnen sind. Die Erwähnung der Weisen aus dem Morgenland bedeutet also keinesfalls, dass Gott ihre Praktiken generell befürwortet.

Zudem erinnert die Bewegung des Sterns von Bethlehem mehr an ein von Gott geführtes übernatürliches Phänomen. In Matthäus 2 wird geschildert wie der Stern zunächst erschien, sich bewegte, verschwand, wieder erschien und schließlich still stand. So verhält sich kaum ein Planet oder Stern. Astrologische Einordnungen sind also ausgeschlossen, da diese allein auf den natürlichen Bewegungen der Gestirne beruhen.

Im Neuen Testament heisst es: „Sie tauschten den wahren Gott gegen ein Lügengespinst ein, sie haben die Geschöpfe geehrt und angebetet, anstatt den Schöpfer, gepriesen sei er in Ewigkeit, Amen!“ (Römerbrief 1,25)

Im Alten Testament gibt es ein Buch, in dem sehr anschaulich die Sinnlosigkeit der Astrologie beschrieben wird. Es ist eines der Prophetenbücher, nämlich das Buch Daniel. Daniel, ein jüdischer junger Mann, kam im Zuge der babylonischen Gefangenschaft (um 590 v.Chr.) an den Hof Nebukadnezars, des mächtigen babylonischen Königs. Dieser hatte jede Menge Wahrsager und Sterndeuter bei sich beschäftigt. Doch Daniel erwarb sich schnell den Ruf, ein kluger Mann zu sein, der viele Probleme zu lösen vermochte. Wie wir in diesem biblischen Buch erfahren, war es Gott, der ihm Klugheit und Verstand gab. Weiter heisst es über ihn: „Und so oft der König in schwierigen Fragen ihren Rat suchte, merkte er, dass sie zehnmal klüger waren als alle Sterndeuter und Magier in seinem ganzen Königreich“. (Daniel 1,20)

Eines Nachts hatte König Nebukadnezar einen Traum. Dieser beunruhigte ihn so sehr, dass er nicht wieder einschlafen konnte. Er ließ sogleich all seine Astrologen rufen, damit sie ihm seinen Traum erklären konnten. Als Prüfung verriet er aber nicht den Inhalt des Traums, sondern forderte von den Sterndeutern, dass sie ihm den Traum von sich aus erzählen sollten. Keiner von ihnen schaffte dies.

Das erzürnte den König derart, so dass er die Gelehrten zuerst umbringen lassen wollte. Doch Daniel erfuhr von der Angelegenheit. Er betete zu Gott und bat ihn, ihm den Traum zu sagen und auch dessen Deutung. Und tatsächlich erhörte Gott das Gebet und zeigte Daniel in einer nächtlichen Vision den Traum. Sofort begab er sich zu Nebukadnezar und sagte:

„Kein Gelehrter, Wahrsager oder Astrologe kann das vollbringen, was der König verlangt. Aber es gibt einen Gott des Himmels, der das Verborgene enthüllt, und dieser Gott hat dir, König Nebukadnezar gezeigt, was am Ende der Zeiten geschehen wird.“
(Daniel 2,27-28)

Gott vertrauen

Und dann deutet Daniel dem König tatsächlich seinen Traum. Es ist heutzutage belegt, dass dieses Ereignis tatsächlich stattgefunden hat. Denn in diesem Traum ging es um die vier Weltreiche, die kommen sollten, nämlich Babylon (welches das gegenwärtige Weltreich war), dann Persien, Griechenland und schließlich das römische Weltreich. Diese Dinge wurden von Daniel mehrere Jahrhunderte vor dem Eintreten der Ereignisse vorhergesagt. Das Buch Daniel wurde im sechsten Jahrhundert v.Chr. verfasst und das römische Weltreich nahm erst im 1. Jahrhundert v.Chr. seinen Anfang. Diese Prophetie ist daher ein beeindruckender Beleg für die Wahrheit der Bibel.

Übrigens verhinderte Daniel auch, dass der König seine Astrologen umbringen ließ.
Im vierten Kapitel des Buches hat Nebukadnezar erneut einen Traum. Wieder rief er alle Gelehrten und Astrologen zu sich. Dieses Mal legte er ihnen seinen Traum in allen Details dar. Aber keiner der Anwesenden war in der Lage, dem König seinen Traum zu deuten. Doch Daniel, der schließlich herbei gerufen wurde, war mit Gottes Hilfe erneut in der Lage, den Traum korrekt auszulegen. Das führte dazu, dass sogar Nebukadnezar, der sonst Götzen verehrte, den wahren und einzigen Gott im Himmel pries:

„Ich, Nebukadnezar, aber preise, rühme und verherrliche nun den König, der im Himmel regiert. Was er tut, ist gut und recht; er demütigt alle, die sich überheben.“
(Daniel 4,34)

Diese Begebenheiten zeigen sehr schön, aber auch eindringlich, dass es nichts bringt, Geld in teure Horoskope zu investieren oder Astrologen zu befragen. Es gibt eine Alternative, die kostenlos und besser ist: Das Vertrauen auf Gott. Er allein kann die Weisheit schenken, die man in verzwickten Lagen benötigt. Er verlangt kein Geld für seine Hilfe, aber er wünscht sich, dass wir allein ihm vertrauen. Denn nur in ihm liegt die wahre und große Weisheit, die kein Mensch dieser Welt zu vollbringen vermag.


Wenn Gott sich deutlich gegen die Astrologie ausspricht, so ist es nicht seine Absicht, die Menschen mit diesen Vorgaben zu ängstigen oder einzuschränken. Sein Ziel ist es, die Menschen vor Magie, Astrologie oder Hellseherei zu schützen.

Denn dem Beispiel des ersten israelischen Königs Sauls, der eine Wahrsagerin aufsuchte und dessen Leben ein tragisches Ende nahm (1. Samuel 10ff), sind auch in moderner Zeit viele Beispiele gefolgt. Es gibt leider genügend Beispiele von Menschen, die in eine richtig gehende Astrologie-Sucht verfallen sind. Hören sie bei dem einen Astrologen etwas Negatives, suchen sie zehn weitere Astrologen auf, um die erwünschte gute Nachricht zu hören. Auf diese Weise sind schon ganze Familien auseinander gebrochen.

Zudem sind die Fehlvorhersagen teilweise spektakulär. Deutschlands bekanntester Astrologe Winfried Noe kündigte noch 1998 an, dass Helmut Kohl noch einmal die Wahl gewinnen würde. Auch dem FDP-Politiker Jürgen Möllemann bescheinigte er ein glorreiches Comeback. Bekanntlich stürzte sich Möllemann kurz danach aus einem Flugzeug, ohne den Fallschirm zu öffnen.

Es ist schlichtweg unseriös, sich auf astrologische Ergebnisse oder die Informationen von Wahrsagern zu verlassen. Gott hat zudem das Anliegen, dass sich die Menschen ihm zuwenden und ihm vertrauen. Er möchte sich fürsorglich um diejenigen kümmern, die an ihn und seinen Sohn Jesus Christus glauben. Es erfreut Gott nicht, wenn die Menschen den Sternen mehr vertrauen als ihm. Denn die Sterne sind Erschaffenes. Erschaffen aber hat sie Gott, und zwar zu einem ganz bestimmten Zweck:

„Der Herr hat die Sonne als Licht für den Tag bestimmt und den Mond und die Sterne als Lichter für die Nacht.“ (Jeremia 31,35)
Eckart



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