Ohne Esoterik

Drei Jahre ohne Esoterik und ich lebe noch :). Wer meine Artikel kennt weiß, dass ich diese immer in einem Zusammenhang schreibe, der durch Mailkontakte oder Telefonate entsteht.

Dieser Artikel ist einer ehemaligen “Freundin“ aus der Szene gewidmet, mit der ich nach langer Zeit wieder einmal telefoniert habe.

Die erste Frage, die nach so langer Zeit von Ihrer Seite kam war, wie es meinen Chakren geht und ob ich nicht wieder einmal in den Foren schreiben möchte. Ich war eigentlich der festen Überzeugung, dass sie mitbekommen hätte, dass ich mich auf die richtige Seite geschlagen habe. Also erklärte ich ihr, dass ich vor gut drei Jahren aus der Szene ausgestiegen bin und mein Leben in die Hände von Jesus Christus gegeben hätte.



Die Reaktion auf der anderen Seite der Leitung war Stille. Absolute Stille. „Hallo? Bist Du noch da?“ „Ja“ kam es zögerlich zurück. Ich fragte sie, warum sie so still sei und bekam die Antwort „Du glaubst doch wohl nicht an diesen Mist“. Innerlich musste ich lachen, denn für mich ist Jesus kein Mist. Im Gegenteil. Kurz noch zu Deiner Frage nach meinen Chakren. Außer, dass es diese nicht gibt, ich aber weiß was Du meinst. Ich habe Schmetterlinge im Bauch. Mir geht es gut und ich bin hellwach.
Aber später dazu mehr.

Meine „Freundin“ fing sofort, wie ich es auch erwartet hatte an, meine Entscheidung zu kritisieren und versuchte mich wieder davon zu überzeugen, dass ich doch soweit mit meiner energetischen Arbeit gekommen bin und das ich doch die ganzen Anmerkungen und Versprechungen aus den der anderen Welt nicht ignorieren könnte. Sie haben doch gesagt, dass diejenigen, die sich abwenden verloren seien.

Außerdem sollte ich doch bitte nicht vergessen, dass Sananda Jesus sei und er diesen ganzen alten Käse nicht mehr hören könne. Wir sollen uns doch bewusst sein, wie göttlich wir sind und diese Göttlichkeit auch leben. Sie verstehe nicht, wie jemand, der so viel erreicht hat, sich wieder umdreht und in die falsche Richtung rennt. Ich hörte mir ihre Argumente in aller Seelenruhe an, denn ich kenne diese Floskeln, mit denen die eingefleischten Lichtarbeiter argumentieren. Ich war ihr nicht böse und ich lache auch nicht arrogant, wenn ich diese Argumente zum Xten Mal zu hören bekomme. Ich weiß, wie ich war. Ich weiß, wie verblendet man ist. Ich weiß, wie sehr man darauf hofft, dass es Peng macht und die ganze Welt ist nur noch ein einziges Paradies.

Während des ganzen Gespräches, na ja, eher des Monologes, bekam ich alle, aber auch wirklich alle Argumente zu hören. Angefangen von, die Bibel ist eine große Lüge, über die 2012-Geschichte und den Hilfestellungen aus der anderen Welt, bis hin zu Ashtar Sherans Rettungsaktion. Nach etwa einer Stunde Lichti – Vortrag, fragte ich sie, was sich in Ihrem Leben so getan hätte. Die Antwort war zu erwarten „Och, eigentlich hat sich nichts getan“ „Wie, nichts?“ „Nöö, Alles beim Alten.“ „Und Deine Probleme mit Deinem Kind?“ „Nein, auch da hat sich nicht geändert“ „Bist Du denn wenigstens glücklicher geworden“ „Nee Du, eigentlich ist in meinem Leben alles Sch…“ „Hm, dann scheinst Du Dich ja nicht wirklich bewegt zu haben?“ „Was soll das bedeuten? Ich mache meine Übungen und stehe im guten Kontakt zur geistlichen Welt“ „Ahja, und die sagen Dir, dass alles so sein soll. Dass der Frust, der Ärger und die vielen Tränen sein müssen?“ „Ja, das weißt Du doch. Das gehört zur Reinigung und der Weiterentwicklung. Das Leid überwinden etc. Na, ich brauche Dir das ja nicht zu erklären. Aber dass Du zurückgegangen bist, darüber komme ich nicht weg“.

Das ich dieses Gespräch hier zum Teil wiedergebe hat den Grund, dass ich aufzeigen möchte, wie blockiert viele in der Szene sind. Sie strampeln sich ab um sich geistig zu schulen und merken dabei nicht, dass sie nichts erreichen, außer, dass die Stelle auf der sie treten immer tiefer wird. Als ich meiner „Freundin“ aufzählte, was sich in der ganzen Zeit, in der ich nun wieder in den „Mist“ zurückgegangen bin getan hat, wurde es wieder still am anderen Ende der Leitung. Und es hat sich einiges in meinem Leben verändert. Ich bin noch lange nicht da, wo ich sein soll, aber ich bin auch nicht mehr dort, wo ich einmal war. Klar mache ich noch Fehler und ja, ich falle auch noch oft auf Tricks der anderen Seite rein, aber ich bemerke es auch und kann wieder gegenlenken.

Neuer Chef

Ich schrieb schon in einem anderen Artikel, dass ich große Bedenken hatte, als ich mich von der Szene verabschiedete. Sicherlich hatte ich so meine Angst, dass ich in die falsche Richtung renne und dass ich den Boden unter den Füßen verliere – und das war auch eine ganze Weile tatsächlich so. Ich lief plan- und ziellos durch das Leben. Aber ich lernte sehr schnell, dass ich nur glauben musste, dass alles gut wird. Ich musste auf Gott vertrauen. Und es bewegte sich etwas.

Teilweise muss ich heute grinsen, wenn ich mich wieder dabei erwische, dass ich entsetzt auf bestimmte Eigenschaften, Verhaltensweisen etc. reagiere, die für mich damals völlig normal waren. Ich war ja so tolerant, also tolerierte ich auch Fehlverhalten, persönliche Kälte und Ablehnung. Was ich damals tolerierte ist heute für mich ein No go. Und das nicht, weil ich mich dazu zwinge, nö, das kommt von ganz alleine. Ich habe Probleme mit Menschen, die sich über andere Menschen hinwegsetzen, die Gefühle von anderen Menschen verletzen, die aus welchen Gründen auch immer andere Menschen diskriminieren, die ihr Ego so richtig ausleben. Ja, diese Dinge waren für mich damals völlig in Ordnung. Ich war und bin zwar ein sehr sozialer Mensch, aber in den vielen Jahren in der Szene lernte ich sämtliche Verhaltensweisen von asozialen (soziologisch gemeint, nicht umgangssprachlich) Menschen zu akzeptieren.

Wenn ich mir mein Leben heute ansehe, dann verstehe ich kaum, wie ich noch vor drei Jahren war. Ich war tief traurig und frustriert. Nichts klappte, egal was ich wollte oder tat, alles ging schief. Ich ertrug Ungerechtigkeit, menschliche Kälte und Intoleranz und ging dabei vor die Hunde. Ich war ziellos und verzweifelt. Ich war müde und ohne Kraft. Heute ist das völlig anders. Ich bin glücklich und hoffnungsvoll. Ich bin wach und strotze vor Energie. Ich lehne Kälte und Intoleranz komplett ab. Und wenn ich Pläne schmiede, dann weiß ich, dass ich gute Chancen habe, diese Pläne auch realisiert zu bekommen, wenn ich denn den Segen zu diesen Plänen bekomme. Ich bin nicht mehr frustriert, weil meine „Manifestationsarbeit“ keine Fortschritte macht. Ich weiß, dass, wenn ein Plan nicht funktioniert, dann ist es entweder nicht die richtige Zeit, oder aber, nicht der richtige Weg. Der einzige schwierige Part in der ganzen Geschichte mit dem Glauben ist, sich in Geduld zu üben. Und wenn ich ehrlich bin, lernte ich sehr schnell zu erkennen, wann ich den Segen von Oben bekomme und wann nicht.

Gott lässt uns nicht im Regen stehen und hoffen, dass etwas gelingt, wenn er weiß, dass der Plan zum Scheitern verurteilt ist. Er meldet sich sehr schnell und sagt „Genehmigt“ oder eben „Antrag abgelehnt“. Man muss eben nur zuhören und lernen. Und das im Gegenteil zu den „andersdimensionalen Freunden“ aus der Szene. Klar hat man ab und an einmal eine Aussage, die vielleicht so einigermaßen hinkommt, aber zum größten Teil wird man nur von diesen „wundervollen“ Wesen verarscht. Immer wieder wird man in den eigenen Egowünschen bestätigt und immer wieder macht man sich vor, dass es schon einen Grund haben wird, warum der Plan nicht Realität wird. Man wird belogen und man belügt sich selbst. 10 Jahre lang habe ich an einer Geschichte gearbeitet, die einfach nicht sein konnte. Aber ich hielt daran fest. Alle Anzeichen standen auf Sturm, aber ich wollte nur die Schönwetterfront sehen.

10 Jahre meines Lebens habe ich verschwendet für einen Traum, der auch nur ein Traum geblieben ist und bleiben wird. Warum? Weil die Realisierung dieses Traumes mir nicht behilflich ist. Ich könnte mit der ganzen Situation überhaupt nicht fertig werden, weil ich nicht dazu geschaffen bin. Aber die Wesen aus der Szene bestärkten mich darin. Sie sagten, dass ich nur noch mehr Energie in diesen Traum setzen muss. Und ich tat es, bis zur psychischen, mentalen und körperlichen Erschöpfung. Erst als ich Christin wurde und, natürlich, über diesen Traum betete, bekam ich endlich die Antwort. Ich fand diese Antwort nicht toll – war ja schließlich ein ganz großer Traum von mir – aber ich wusste endlich, dass ich keinerlei Chancen hatte, diesen Traum eines Tages leben zu können. Ich konnte demnach meine Energie einsparen und diese für realisierbare Pläne einsetzen. Hm, eigentlich muss man überhaupt keine eigene Energie in die Verwirklichung der Pläne einsetzen. Antrag an den Chef stellen und um Antwort bitten. Sprich beten und auf eine Antwort warten. Und glaubt mir, die Antwort kommt schneller als erhofft *lol*. Antwort ist negativ? Los lassen, weiter gehen – wenn auch manchmal zähneknirschend. Antwort ist positiv? Zurücklehnen und Bauklötze staunen, was sich im Leben verändert. Ergebnis genießen.

Nie mehr zurück

Ich denke viele der Lichtis haben einfach vor diesen Veränderungen im Leben Angst. Sicherlich muss man einige Dinge im Leben verändern und wenn man es ernst meint mit dem Glauben, dann kommen diese Veränderungen.

Ich stand lange Zeit von Jetzt auf Gleich ohne Freunde da. Ich war wirklich richtig alleine und einsam. Aber das ändert sich wieder. Es wird einfach Alles aus dem Leben entfernt, was nicht passt. Heute habe ich die richtigen Menschen um mich. Menschen, die nicht einmal unbedingt Christen sind. Es sind einfach Menschen, die mich fördern, in allen Lebensbereichen. Jeder einzelne dieser Menschen deckt irgendetwas Bestimmtes in meinem Leben ab, um mich weiter zu bringen. Sei es beruflich, sei es persönlich, sei es im Glauben, sei es nur, dass ich endlich wieder Spaß am Leben habe – und den habe ich, das könnt ihr mir glauben. Alle Dinge aus meiner Vergangenheit habe ich bestimmt noch nicht abgebaut, da muss ich auch durch, aber es sind nicht mehr viele Dinge. Mein altes Leben wird nur noch einmal gelebt, wenn ich hier am Rechner sitze und die Artikel schreibe – mit Abstand zu meiner Vergangenheit. Mein altes Leben ist tot. Die alte Ella existiert nicht mehr. Gott sei Dank!!

Momentan stehe ich vor einem neuen Umbruch in meinem Leben. Es ist nicht angenehm zu wissen, dass ein wichtiger Teil aus dem alten Leben entfernt wird, aber ich weiß, dass ich keine Angst davor zu haben brauche. Ich weiß, dass das Ergebnis, das neue Kapitel in meinem Leben, dass durch diesen Umbruch entsteht, viel bedeutender und besser für mich ist. Ja, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich begeistert war, als ich bemerkte, dass dieser Teil aus meinem Leben entfernt wird, aber ich habe mich damit abgefunden, habe mich sogar mit dem Gedanken angefreundet. Wie wäre es in meinem alten Leben verlaufen? Ich hätte gegen diese Veränderung angekämpft – bis zur Erschöpfung. Wäre in meinem Tun wieder bestärkt worden und das Ergebnis wäre, dass ich unglücklich und müde meinen Alltag nicht mehr auf die Kette bekommen würde. Und das wahrscheinlich wieder über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Und das für eine Situation, die eh zum Scheitern verurteilt war, von Anfang an.

Liebe Freundin, Du siehst, dass auch ein Christ nur ein Mensch ist und dass es nicht bedeutet, dass wir Christen über den Wolken schweben. Nein, wir haben genauso Probleme wie alle anderen Menschen auch. Aber der Glaube und das Wissen, dass wir Jesus hinter uns stehen haben, der uns fördern will und vor allem glücklich sehen möchte, macht so einige Situationen im Leben erträglicher. Und das i-Tüpfelchen auf der ganzen Sache ist, dass sich unser Leben tatsächlich positiv verändert. Wir bleiben nicht an einer Stelle stehen und trampeln ein Loch in den Boden. Christ sein ist nicht langweilig, im Gegenteil, es ist spannend diese Veränderungen, diese Bewegung im eigenen Leben zu beobachten und das ganze ohne große Energiearbeit. Es ist nicht mühsam sich an die Regeln zu halten und Verzicht ist nicht groß geschrieben. Verzicht bedeutet etwas zu unterlassen, was man gerne tut. Ich persönlich verzichte auf nichts, denn, wie ich oben schon geschrieben habe, haben sich meine Prioritäten völlig selbständig verlagert. Das Einzige was ich getan habe ist, dass ich mich vor drei Jahren entschlossen habe zu Jesus zurückzukehren. Alles was danach kam, habe ich nicht aus mir heraus erarbeitet. Ich sitze hier nur und warte im Glauben an den, der mich in meinem Herzen berührt hat. Und diese positive Wandlung soll ich aufgeben? Ich soll wieder zurückgehen in die Dunkelheit? No way, meine Liebe. Niemals wieder werde ich diesen Pfad verlassen. Nie wieder werde ich meine kostbare Energie in unsinnige Geschichten stecken.

Mir ist es nicht gegeben einen Menschen zu verändern. Das kann ich nicht und das will ich auch nicht. Wenn ein Mensch sich verändert, dann nur, weil Gott an diesem Menschen arbeitet. Aber ich hoffe und ich bete, dass bestimmte Menschen, und Du bist einer von diesen, die Augen öffnen und sich aus dem Sumpf befreien lassen, in dem sie stecken. Du hast so viel Liebe in Dir, aber sie ist eingeschlossen und tiefgefroren. Versuche doch einfach einmal einen Fuß auf diesen Weg zu stellen. Versuche Dich doch einmal nur mit diesem „Mist“ zu beschäftigen. Lass doch die letzten dreizehn Jahre an Deinen Augen vorüberziehen und sag Dir ehrlich, was Du erreicht hast. Schau Dir bitte selbst ins Gesicht und sei ehrlich, was sich positiv in Deinem Leben verändert hat. Und dann, wenn Du immer noch an Deinem Weg festhalten möchtest, dann komme zu mir und schau mir direkt in die Augen und sag mir, dass Dein Leben so wie es in den letzten Jahren gelaufen ist, normal und lebenswert war.
In Liebe Deine
Ella

Ella M.V. Rabenhorst

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