Esoterik "Karriere"

Wie in einem vorhergegangen Artikel, möchte ich heute noch einmal das Thema aufgreifen, wie sehr die Familien von Esoterikern und Lichtarbeitern unter den Verhaltensänderungen ihrer Kinder leiden.

Ich spreche hier von Familien, jedoch möchte ich gleich anmerken, dass nicht nur die eigene Familie unter diesen Umständen leidet, sondern auch Freunde und Bekannte. Ich möchte in diesem Artikel besonders die Esoteriker und Lichtarbeiter selbst ansprechen, denn ich weiß, dass man blind ist für das Leiden der Nächsten.

Was zu erst belächelt wird und als „Ist ja nur ne Phase“ gesehen wird, entpuppt sich sehr schnell als Hindernis und Sorge um das „Kind“. Anfangs, läuft der Alltag noch sehr normal weiter. Gut, wenn man die Wohnung oder das Zimmer des Esos oder Lichtis betritt, schlägt einem der „nette“ Duft von allerlei Räucherwerk entgegen, die Wände sind bestückt mit allerlei Symbolen, die Frieden, Freude, Gesundheit, Glück, Schutz etc. entsprechen sollen. Auf dem Wohnzimmertisch oder im Bücherregal findet man das eine oder andere Buch über Pendeln, Jenseits etc. und auch das leckere Stückchen Fleisch, das Glas guten Weins und was man sonst als Gast serviert bekommen hat, wurde ersetzt durch Tofu, Quellwasser und Dinkelkeksen. Ja, ich weiß, ich bin gemein, aber ich behaupte, dass fast jeder, der sich mit Esoterik, Lichtarbeit und New Age auseinandergesetzt hat, am Anfang seiner „Karriere“ sich überschwänglich engagiert gezeigt hat. Aus sonst normalen Gesprächen wie „Hast Du schon gehört….“ wird jetzt „ Alles ist göttlich,…“

Wie gesagt, in diesem Stadium wird der Lichti belächelt. Man kann auch, in der Regel noch relativ normal mit diesen Menschen diskutieren und am Anfang kommen auch noch einige relativ logische Argumente, dann aber wird das Thema lästig. Ein normales Gespräch ist kaum noch möglich. Alles, aber auch komplett alles dreht sich nur noch um Esoterik.

Viele meiner alten Kollegen, und ich schließe mich hier komplett mit ein, reagieren nach einer Zeit Esosumpf – hm, wie soll ich sagen – ungehalten, spricht man sie auf ihr Verhalten an. Über Witchboard oder andere Methoden zur Kontaktaufnahme zu Jenseitigen, lächeln die Familie, Freunde und Bekannte vielleicht noch. Aber die meisten von der Lichtis (ich schreibe jetzt nur noch Lichti(s), anstatt Esos und Lichtarbeiter) geraten sehr schnell weiter hinein in den Sumpf.

Die Anderen, also Nicht-Lichtis, sind kleine, arme Würmer, die es in dieser Inkarnation definitiv nicht schaffen werden, den großen Bewusstseinssprung in die fünfte Dimension. Diese kleinen elenden Würmer werden so elendig wie sie eh schon sind, auch elendig zu Grunde gehen, wenn der Polsprung erst einmal da ist. Sie haben überhaupt keine Chance überhaupt auf eines der vielen Raumschiffe des Ashtar Commands gebeamt zu werden. DIE werden nie evakuiert werden, wenn die alte Erde unbewohnbar wird.

Hat dieser Gedanke erst einmal das Hirn ergriffen, ist es selbst für intelligente und nüchterne Menschen schwer sich der weiteren „Gehirnwäsche“ zu entziehen. Die alten Hasen im Geschäft machen der „Gemeinde“ klar, dass kaum einer von den Lichtis so weit ist, den Polsprung zu überleben, wenn sie sich nicht hart disziplinieren und diese oder jene Übungen oder „Heilungsmethoden“ über sich ergehen lassen. Du hast nicht mehr wütend zu sein, Du darfst nicht mehr so sein wie der Rest der Menschheit, Du darfst kein Fleisch mehr essen, Du darfst kein Alkohol mehr trinken, Du darfst keine Medikamente mehr nehmen, Du darfst nicht…. . Denn all das und noch vieles mehr, verpestet Deine Aura und zieht Deine Schwingung nach unten. Du sollst tolerant sein, Du sollst Dich von alten Traditionen trennen (Religion, Gesellschaftsregeln, etc.), Du sollst Dich ausleben, Du brauchst Dich Nichts und Niemanden zu unterwerfen, denn Du bist göttlich. Du bist Gott selbst.

Bei „Du bist Gott selbst“ zuckt bei den meisten erst einmal das Innere zusammen. Dann, ganz schleichend, nimmst Du diesen Gedanken an. Mann, das ist super, ich kann Alles machen, was ich möchte (vorausgesetzt Du schadest niemanden) und das auch noch ohne bestraft zu werden. Manifestieren wir uns doch einfach unsere Leben neu. Und wenn das mit dem Manifestieren nicht so klappen wird, egal, dann versuchen wir’s eben solange, bis es klappt. Oh, und wenn dann doch einmal der gewünschte Parkplatz frei ist, dann sind wir mächtig stolz. Nein, im Ernst, hat man dieses Stadium schon erreicht, will man auf Biegen und Brechen Gott spielen.



--> Zum Thema Lichtarbeiter in der Familie? lesen Sie bitte: Vorsicht Energietherapie
sowie den Beitrag Hellsehen, Wahrsagen, Prophezeien

Keine wahre Liebe

Und genau an diesem Punkt ziehen sich die meisten der Lichtis von der Gesellschaft, der Familie zurück. Man erhebt sich über Alles und Jeden. Die da draußen sind die Bösen, die niedrig schwingen. Nur man selbst und die Kollegen der Lichtarbeiterszene sind es wert, überhaupt noch miteinander zu reden. Die eigenen Eltern, Geschwister, Oma, Opa, Tante, Onkel etc. sind es nicht wert. Vielleicht versucht der eine oder andere Lichti noch die ganze Familie zu retten, dann aber gibt man auf. Man geht nur noch zu den eigenen Leuten, die einen verstehen und stützen. Man diskutiert über Verschwörungen, man warnt vor den großen Reptos, den Illuminati, man hofft auf die Rettung durch Ashtar und Sananda, man nimmt „Kontakt“ auf zu Kuthumi und Saint Germain, die uns dabei unterstützen unsere spirituelle Reise zu vollenden.


Absturz


Ich kenne Leute aus der Szene, die alles Weltliche aufgegeben haben. Sie haben ihre Jobs gekündigt, sind nicht mal mehr krankenversichert, sie beantragen nicht einmal Hartz IV, sie haben ihre Ehen über Bord geworfen, weil sie auf ihre Zwillingsflammen warten wollen, die sich in einer anderen Dimension aufhalten, sie haben Sex mit Andersdimensionalen, sie warten stundenlang auf ein Ufo, weil sie durch ein Channeling zu einem Rundflug eingeladen wurden, sie brechen komplett den weltlichen und gesellschaftlichen Kontakt ab.

All das bekommen die Angehörigen mit, knallhart. Es ist doch wirklich kein Wunder, wenn die Angehörigen den Eindruck gewinnen, dass das eigene Kind in einer Sekte ist. Sie haben Angst, panische Angst. Aus einer anfänglichen Spinnerei, die man belächelte, ist in manchen Fällen tödlicher Ernst geworden. Ich weiß nicht, wie viele besorgte Eltern oder Freunde mich angeschrieben haben. Ich weiß nicht, wie oft ich wochenlang, teilweise monatelang mit diesen besorgten Menschen gesprochen habe. Das Resultat ist: Man kann kaum etwas tun.

Kind

Wenn ich daran denke, was ich meiner Familie angetan habe, dann könnte ich nur noch heulen. Mir war das damals auch nicht bewusst. Aus der Kirche austreten ist eine Sache, das eigene Leben und die damit verbundenen Nächsten kalt und herzlos abzuservieren, ist eine ganz andere Sache. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich damals keine Lust hatte zu meinen Eltern zu gehen. Ich wollte nicht mal mehr mit meinem Mann reden. Ich kannte nur noch die „Gemeinde“ und mein eigenes Vorankommen. Ich ballerte das Geld raus, was eigentlich der Familie galt. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann war es mir auf gut Deutsch gesagt scheißegal, ob meine Familie etwas zu essen hatte oder ob wir die nächste Miete noch zahlen konnten. Mir war es egal, ob andere Menschen unter meinen Launen litten. Ich war doch schließlich Gott. Und außerdem würde ich ja sehr bald diese Dimension verlassen. Also was soll der ganze Aufstand noch in Sachen Rücksicht, finanzielle Sicherheit etc?

Heute habe ich die traurigen Augen meiner Familie vor mir, denke an diese Zeit zurück. Ja, ich habe es scheinbar doch registriert, aber ich konnte doch schließlich nichts dafür, dass sie dem Ruf des Universums nicht folgen wollten. Sollen sie doch alle verrecken wenn sie nicht auf mich hören. Hass, das war das eigentliche Gefühl, unter dem Deckmäntelchen der Liebe, das ich gelebt habe und mit mir noch Millionen anderer Menschen auf der ganzen Welt (siehe dazu auch Licht & Liebe?).

Ich wollte Gutes tun und ich habe die ganze Zeit gedacht, dass ich auf der Seite der Liebe stehe. Aber ich habe keine Liebe gesät und geerntet, ich habe, Zerstörung gesät und danach geerntet. Ich wurde zerstört und ich habe zerstört.

Was Liebe bedeutet

Wie hartherzig kann ein Mensch nur sein? Wie kalt und lieblos kann ein Mensch, der die bedingungslose Liebe leben will, die Liebe abweisen? Wie sehr kann sich ein Mensch nur der Dunkelheit hingeben, wenn er das Licht predigt? Wie blasphemisch ist ein Mensch, der meint er sei Gott, wenn er vorgibt Gott zu lieben? Wie groß muss Gottes Liebe sein, wenn er jeden wieder in seinen Reihen aufnimmt, der so sehr gehasst hat?

Liebe ist die stärkste Kraft. Sie ist nicht zu zerstören. Alle Aussteiger, die ich kenne, werden das folgende bestätigen, denn sie haben den direkten Vergleich. Liebe ist nicht kalt und es gibt nichts, was die Liebe nur im kleinsten erschüttern kann. Liebe verzeiht, Liebe wärmt, Liebe schützt, Liebe versteht, Liebe ist ehrlich, Liebe ist bedingungslos, Liebe ist tolerant, Liebe ist heilend, Liebe ist fruchtbar, Liebe kann man nicht erkaufen, Liebe zerstört nicht und Liebe ist unendlich stark. (Siehe auch das Hohelied der Liebe im Neuen Testament, 1. Korinther 13).

Eure Familie und Freunde lieben euch. Sie haben es nicht verdient so schlecht von Euch behandelt zu werden.
Ja, ihr werdet denken, dass ich nicht weiß, was ich hier schreibe, so habe ich auch noch vor einiger Zeit gedacht, wenn ich solche Artikel gelesen habe. Aber ich kann heute mit reinem Gewissen sagen, dass ich damals überhaupt nicht gewusst habe, wie sich Liebe anfühlt. Klar wusste ich, dass ich von meinen Eltern geliebt werde und ich wusste auch, dass ich meine Familie liebe. Aber es war nur ein Wort. Liebe. Es ist doch schließlich normal, dass eine Mutter ihr Kind liebt. Und ich glaubte ebenfalls, dass ich von Sananda und Co geliebt werde. Da kam ja auch zwischenzeitlich so ein komisches, warmes Gefühl hoch. Aber sagt mal ehrlich, wie lange seid ihr jetzt schon dabei? Wie viele wirkliche Erfolgserlebnisse hattet ihr schon? Wie lange stampft ihr jetzt schon auf der Stelle? Geht es wirklich zügig voran? Habt ihr tatsächlich nach jeder Meditation das Gefühl, dass Euer Akku aufgeladen ist? Fühlt ihr euch wirklich gestärkt und ausgeruht, wenn ihr wieder einmal die Schwingungen der Erde aufgeladen habt? Oder seid ihr eher müde und ausgepowert? Seid ihr wirklich richtig glücklich über eure vielen Erfolge in Sachen Manifestation und ich meine jetzt nicht den Parkplatz in der Innenstadt? Wurdet ihr wirklich, langfristig durch Reiki oder andere angebotene Methoden, von einer chronischen oder schweren Krankheit geheilt? Habt ihr wirklich schon ein Ufo gesehen? Sind die gechannelten „Prophezeiungen“ die ihr durchbekommen habt, wirklich eingetroffen? Habt ihr wirklich noch einen großen Bekanntenkreis (und damit meine ich nicht die Internetgemeinde)?

Wenn ihr die ganzen Fragen mit einem ehrlichen Ja beantworten konntet, dann macht ruhig weiter, denn jetzt prophezeie ich euch etwas: Es wird der Tag kommen, wo sich eure Welt mit allen Wesenheiten die um euch sind, auf brutalster Weise mit ihrem wahren Gesicht zeigen wird. Solltet ihr wirklich Recht behalten und der sogenannte Erstkontakt eintreffen, dann rennt ruhig auf die Schiffe zu. Wenn ihr das Gesicht von Sananda erstmals sehen werdet, dann werdet ihr Euch bestimmt sehr über ihn „freuen“. Wenn ihr jetzt noch Unterstützung durch die Gemeinde bekommt, dann rate ich euch, kommt nie in wirkliche Schwierigkeiten, denn dann spätestens, werdet ihr das wahre Gesicht der Gemeinde kennenlernen, vor allem, wenn ihr schon so pleite seid, dass ihr euch keine weitere Clearingsitzung leisten könnt oder ein anderes kostenpflichtiges Programm.

Ach, ich könnte noch so viel dazu schreiben. Leid tun mir nur eure Familien und Freunde. Ich hoffe, dass ihr in den Genuss kommen werdet zu erkennen, was es bedeutet wirklich geliebt zu sein. Ich wünsche euch, dass ihr erkennt, dass es gerade die Menschen sind, die euch lieben und auffangen, die ihr heute mit Füßen tretet. Und eines kann ich euch dazu noch prophezeien, wenn diese lieben Menschen euch wieder auffangen und ihr erkennt, was ihr diesen Lieben angetan habt, dann ist das kein gutes Gefühl. Ihr werdet erst froh sein, dass hier draußen überhaupt noch jemand ist, der für euch da ist, dann werdet ihr Euch fürchterlich schämen für das, was ihr verbockt habt und erst viel später werdet ihr erkennen und fühlen, was das Wort Liebe bedeutet.

Ich wünsche euren Familien und Freunden, dass sie stark bleiben und nicht vergessen, dass auch sie geliebt werden. Denn nur wer Liebe sät, wird auch Liebe ernten, wenn auch nicht vom eigenen Kind.
Ella M.V. Rabenhorst
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